
Ab der Version Windows 7 ist es möglich, mit Windows eigenen Bordmitteln virtuelle Laufwerke zu erstellen. Dabei wird auf der bestehenden Partition eine sogenannte VHD-Datei angelegt. Diese können dann als Laufwerke eingebunden werden die sogar bootfähig sind. Auf diese Art und Weise lassen sich Laufwerke erstellen, ohne dass man die Festplatte partitionieren muss. Die VHD-Datei dient dabei als Container für alle Dateien auf dem virtuellen Laufwerk. Alle Dateien die sich auf dem virtuellen Laufwerk befinden, werden im Hintergrund in die VHD-Datei abgelegt. Ist die VHD-Datei als virtuelles Laufwerk eingebunden und öffnet man das Laufwerk im Windows-Explorer, sieht man seine Daten wie gewohnt.
Die Abkürzung VHD bedeutet ausgeschrieben Virtual Hard Disc. Sie finden in Microsoft-Produkten bereits seit 2005 Verwendung, vor allem in der Virtualisierungssoftware Virtual PC sowie den dazugehörigen Server-Versionen. In Windows Vista wurde das Format für die Datensicherung genutzt. Mit Windows 7 ist nun die vollständige Unterstützung in das Betriebssystem implementiert. Auch die Server-Versionen ab Windows Server 2008 R2 unterstützen VHD.
Einige Vorteile von virtuellen Laufwerken mittels VHD-Dateien:
Es gibt wie bei fast allen Systemen auch Nachteile beim Einsatz von VHD. Diese sind unter anderem:

Ein virtuelles Laufwerk wird in der Datenträgerverwaltung erstellt. Die Datenträgerverwaltung wird in der Systemsteuerung über Verwaltung und Computerverwaltung erreicht. Alternativ gibt man diskmgmt.msc in das Suchfeld ein und bestätigt die Eingabe mit der ENTER-Taste.
Nach einem Rechtsklick auf den Baumeintrag Datenträgerverwaltung und der Auswahl Virtuelle Festplatte erstellen aus dem Kontextmenü wird die Erstellung eingeleitet. Danach folgt man wie nachfolgend abgebildet den einzelnen Schritten.


Im nächsten Fenster müssen einige Angaben zum virtuellen Laufwerk gemacht werden. Im ersten Eingabefeld wird der Speicherort und Name der zu erstellenden VHD-Datei, danach die Größe des virtuellen Laufwerks angegeben.
Im mittleren Bereich hat man folgende Auswahl zum Format der virtuellen Festplatte:

Die Erstellung des virtuellen Laufwerks nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch und nach erfolgreicher Erstellung erscheint ein entsprechender Hinweis im rechten Bereich der Taskleiste.
Das Laufwerk wird in der Datenträgerverwaltung wie ein normales Laufwerk aufgelistet. Bevor das virtuelle Laufwerk genutzt werden kann, muss sie einmalig initialisiert werden. Das geschieht nach einem Rechtsklick auf den Datenträger über den Eintrag Datenträgerinitialisierung aus dem Kontextmenü.


Nachdem die Datenträgerinitialisierung eingeleitet wurde, wird man nach dem Partitionsstil gefragt. Dabei stehen folgende Optionen zur Auswahl:
Wie bei einer herkömmlichen Festplatte auch, muss das virtuelle Laufwerk partitioniert und formatiert werden. Auch das geschieht direkt über die Datenträgerverwaltung. Aus dem Kontextmenü wird der Eintrag Neues einfaches Volume gewählt. Danach folgt man wie nachfolgend abgebildet den einzelnen Schritten.





Nachdem das virtuelle Laufwerk erstellt ist, kann sie wie gewohnt genutzt und über den Windows-Explorer aufgerufen werden.
Möchte man die virtuelle Festplatte wieder trennen, wählt man über das Kontextmenü den Eintrag Virtuelle Festplatte trennen.


Das Trennen des virtuellen Laufwerks geht sehr schnell. Es folgt lediglich eine Sicherheitsabfrage in der man angeben kann, ob die Datei für virtuelle Festplatte nach Entfernen des Datenträgers gelöscht werden soll. Wird der Haken gesetzt und mit OK bestätigt, wird das virtuelle Laufwerk getrennt und die VHD-Datei gelöscht und. In dem Fall würden sämtliche Daten auf der virtuellen Festplatte verloren gehen.
Man sollte den Haken nicht setzen, wenn man lediglich das virtuelle Laufwerk trennen möchte, die Daten in der VHD-Datei jedoch behalten werden sollen. Die VHD-Datei würde in dem Fall auf dem Rechner verbleiben. Man könnte die VHD-Datei zu einem späteren Zeitpunkt erneut einbinden und als virtuelles Laufwerk nutzen.
Nach einem Neustart des PC's ist die virtuelle Festplatte automatisch getrennt und muss bei Bedarf neu eingebunden werden. Das kann einerseits über die Datenträgerverwaltung gemacht werden. Hier wählt man über das Kontextmenü Virtuelle Festplatte anfügen. Im nächsten Schritt wird die VHD-Datei ausgewählt.
Dieser Weg ist viel zu umständlich. Man kann das ganze automatisieren und entweder per Doppelklick auf die Batchdatei oder vollautomatisch durch Einfügen in den Autostart die virtuelle Festplatte anfügen. Hierfür werden zwei Dateien benötigt.
Beispiel
Schritt 1: Zuerst wird eine Textdatei mit dem Namen vhd-mounten.txt erstellt und folgende Befehle eingegeben:
select vdisk file=”C:\virtueller-ordner\virtuelle-festplatte.vhd”
attach vdisk
Die erste Zeile wählt mit dem Befehl select die VHD-Datei aus. Hier muss der genaue Pfad zur VHD-Datei angegeben werden. Die zweite Zeile fügt die sie mit dem Befehl attach hinzu.
Schritt 2: Als nächstes wird die CMD-Datei virtuelles-laufwerk.cmd erstellt. In diese Datei wird nur die folgende Zeile benötigt:
diskpart -s "C:\Users\windows7\Desktop\vhd-mounten.txt"
Mit dem Befehl wird das Programm diskpart aufgerufen sowie die Textdatei mit den Befehlen angegeben, die diskpart ausführen soll. Auch hier muss der genaue Pfad zur Textdatei angegeben werden.
Beide Dateien werden z.B. auf dem Desktop abgelegt. Per Doppelklick auf die Datei virtuelles-laufwerk.cmd kann die virtuelle Festplatte bequem eingebunden werden.


Als Laufwerksbuchstabe wird bei dieser Lösung jeweils der nächste freie Buchstabe verwendet.
Die Vorgehensweise um per Doppelklick auf eine Datei die virtuelle Festplatte zu trennen, ist gleich. Der einzige Unterschied besteht darin, dass man in die TXT-Datei statt attach den Befehl detach verwendet.
Möchte man, dass die virtuelle Festplatte automatisch bei jedem Neustart eingebunden wird, fügt man die CMD-Datei in den Autostart ein.
Hierbei ist der Nachteil, dass bei jedem Neustart durch die Benutzerkontensteuerung eine Abfrage erfolgt. Erst nach Bestätigung der Abfrage wird die virtuelle Festplatte eingebunden.