U-EFI: Unified Extensible Firmware Interface UEFI

UEFI
Unified-EFI

EFI ist die Abkürzung für Extensible Firmware Interface und bedeutet auf Deutsch in etwa erweiterbare Firmware Schnittstelle. Die neue Version von EFI heißt UEFI, häufig auch in der Form U-EFI oder Unified EFI geschrieben. Gemeint ist jedoch immer dasselbe und ist die Abkürzung für Unified Extensible Firmware Interface, was auf Deutsch soviel bedeutet wie vereinheitlichte erweiterbare Firmware Schnittstelle.

UEFI ist der Nachfolger des bisherigen BIOS, dem Basic Input Output System. Daher wird es auch häufig UEFI-BIOS genannt, was bei näherer Betrachtung eigentlich nicht richtig ist, denn UEFI ist nicht BIOS. Diese Neuerung ist notwendig geworden, weil das BIOS mittlerweile 25 Jahre alt ist und den Anforderungen moderner Hardware und Betriebssysteme nicht mehr gerecht wird. Zu den Nachteilen des BIOS zählen:

  • Keine grafische Benutzeroberfläche: Die Benutzeroberfläche im BIOS ist rein textbasiert und daher nicht besonders intuitiv. Die Benutzer müssen genau wissen, welcher Befehl wofür ist.
  • Keine Bedienung mit der Maus: Möchte man im BIOS eine Einstellung ändern, muss man mit der Tastatur navigieren. Eine Bedienung mit der Maus ist nicht möglich.
  • Keine Unterstützung für große Festplatten: Festplatten, die größer als 2 TB sind, kann das BIOS nicht verwalten. Das liegt daran, dass das BIOS ein 32-Bit System ist und mehr Speicherplatz nicht ansprechen kann. 232 Sektoren mit je 512 Bytes ergibt ca. 2 TB.
  • Langer Bootvorgang: Beim Hochfahren des PC's wird vom BIOS nacheinander die Hardware initialisiert und geprüft. Erst danach wird der Master Boot Record der Bootpartition aufgerufen und der Start des Betriebssystems wird eingeleitet. Dieser Vorgang beansprucht ungefähr die hälfte der Zeit zum Hochfahren und ist für heutige Verhältnisse zu lang.

In der Vergangenheit hatten Hardware-Hersteller versucht, die Nachteile des BIOS mit technischen Brücken und Tricks auszugleichen. Irgendwann wurde von den führenden Herstellern von Hard- und Software der Entschluss gefasst, das System nicht mehr weiter zu unterstützen und alternative Techniken zu entwickeln. Das Ergebnis ist UEFI.

Vorteile von UEFI

  • Unterstützung hochauflösender Grafikkarten: Die Zeiten, in den man ein textbasiertes BIOS vorfand, sind mit UEFI vorbei. Die Benutzeroberfläche kann grafisch aufbereitet werden und so die Bedienung erleichtern.
  • Bedienung mit der Maus: Mit UEFI kann die Benutzeroberfläche mit der Maus bedient werden.
  • 64-Bit System: Dadurch werden alle Nachteile eines 32-Bit Systems beseitigt. Man kann problemlos von großen Festplatte booten. 264 Sektoren mit 512 Bytes ergibt ca. 9 Zettabytes. Das ist eine Zahl mit 21 Nullen. Eine unvorstellbare Größe.
  • Kurzer Bootvorgang: Es wurden schon Systeme vorgestellt, die 1 Sekunde nach dem Einschalten des PC's den Start des Betriebssystems einleiten. Dadurch wird die Zeit für das Hochfahren des Systems um die Hälfte reduziert.
  • Integriertes Netzwerkmodul: Dadurch kann der PC über das Netzwerk hochgefahren und bereits vor dem Start des Betriebssystems per Fernwartung diagnostiziert und bedient werden. Auch Updates für UEFI könnten so direkt über das Internet erfolgen. Wer schon mal ein BIOS-Update durchgeführt hat, wird diese Möglichkeit zu schätzen wissen.
  • Integration von Treibern in UEFI: Treiber können in UEFI als Modul integriert werden. Dadurch sind Entwicklungen von Treibern möglich, die unabhängig vom Betriebssystem laufen.
  • Erweiterbarkeit z.B. durch DRM (Digital Rights Management): Dadurch kann z.B. beim Start geprüft werden, ob die eingesetzte Software ordnungsgemäß lizenziert ist.
  • Integrierte Shell: In UEFI ist eine Schell integriert, über die spezielle Anwendungen gestartet werden können.
  • Integrierte Sandbox: Dadurch ist es möglich, den PC in einer sicheren Umgebung zu starten, wobei die Netzwerk- und Speicherverwaltung auf der Firmware läuft statt auf dem Betriebssystem.
  • GUID Partition Table: Diese Partitionstabelle ist flexibler als der bisherige Master Boot Record.
  • Auswahlmöglichkeit des Betriebssystems: Mit diesem Feature sind Boot-Loader überflüssig. 

Nachteile von UEFI

Da UEFI noch nicht weit verbreitet ist, hat man noch wenig Erfahrung damit. Daher sind die Nachteile noch nicht genau abschätzbar. Kritiker bemängeln jedoch, dass das integrierte Netzwerkmodul ein Sicherheitsrisiko darstellt. Sie befürchten, dass man so Daten stehlen und über das Internet verschicken kann. Auch wird die Integration durch DRM kritisch beäugt. Wenn das Betriebssystem z.B. nicht startet, weil eine Software "angeblich" nicht lizenziert ist, kann das einen Benutzer ziemlich verärgern. Es ist schon öfters vorgekommen, dass eine Software ordnungsgemäß lizenziert wurde, durch einen Bug aber nicht als solche erkannt wird. Es wird auch bemängelt, dass all die Features von UEFI dem Endanwender im Grunde kaum Vorteile bringen, da sie entweder nie oder kaum im BIOS Einstellungen vornehmen.

Fazit

Wie immer bei neuen Technologien gibt es Fürsprecher und Gegner. Die Wahrheit liegt bekanntlich immer irgendwo in der Mitte. Unserer Meinung nach ist der Schritt zu UEFI grundsätzlich zu begrüßen. Selbst wenn die Anwender von dem Fortschritt kaum etwas merken werden und nur die Entwickler vom Fortschritt profiteren. Nicht jeder Fortschritt muss für den Anwender gemacht sein. Auch Entwickler sollen sich über Fortschritte erfreuen können. Ob und welche Features sich als Krönung der Schöpfung erweisen wird und welche Probleme UEFI mit sich bringt, wird die Zeit zeigen.